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Kritiken 2009
![]() Kritik zu Bamberg Fränkischer Tag Bamberg, 09.11.2009 Wenn Stimmen zum Orchester werden Das Konzert war nicht ganz ausverkauft. Dennoch hätte die Stimmung kaum besser sein können. Schon nach dem Auftritt von Six Pack als Gastgebern war das Publikum der A-cappella-Nacht im A-cappella-Fieber... Kritik zu Tuttlingen 2009 ![]() Schwäbische Zeitung, 13.10.2009 Musiker entlocken ihren Stimmen bunte Vielfalt Die Besucher waren begeistert von dem vielseitigen Programm, das die drei Gruppen während der drei Stunden boten. Organisator und Moderator Peter Martin Jacob - er hat schon mehrere A Cappella Nächte in Tuttlingen geplant - hatte wieder drei außergewöhnliche Bands an Land gezogen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten...... ![]() Kritik zu Wunsiedel Frankenpost, 12.10.2009 Männer mit magischen Melodien Drei Vokalensembles aus Deutschland, Holland und Italien sorgen für beste Stimmung. Das Repertoire der vielseitigen Sangeskünstler reicht von der Fuge bis zum Rap. ![]() Kritik zu Biberach Schwäbische Zeitung, 06.10.2009 A Cappella Nacht in der Gigelberghalle Sänger zeigen große Portion Humor Ein Festival der Stimmen haben drei hochkarätige A-cappella-Gruppen in der Gigelberghalle am Sonntagabend geboten. Für die international bekannten Songs, die die Sänger mit einer großen Portion Comedy auf die Bühne brachten, erhielten sie reichlich Beifall des Publikums... Kritik zu Bayreuth ![]() Nordbayerischer Kurier, 05.10.2009 Heimspiel für sechs Kehlköpfe Vier Stunden A-cappella-Nacht und es hätte gerne noch etwas mehr sein dürfen. Nicht nur die eingefleischten Fans des "Festivals des Gesangs" kamen am Freitagabend in der ausverkauften Bayreuther Stadthalle voll auf ihre Kosten.... Kritik zu Honberg 2004 Gränzbote Tuttlingen, 13.07.04 Mit der schönen, blauen Donau gewinnt Camerata Freunde TUTTLINGEN - A-cappella-Gesang mit und ohne Tiefgang: Drei ganz unterschiedliche Ensembles haben die Vielfalt dieser Musikrichtung aufgezeigt. Köstlich amüsierten sich die Honberg-Besucher bei den Gags von "Six Pack", lauschten andächtig den sieben Künstlern aus Minsk und feuerten die Jungs von "Viva voce" lautstark an. Von unserer Mitarbeiterin Cornelia Addicks "Wer von Euch kennt uns denn?", fragten die dynamischen Vox-Popper aus Ansbach hoffnungsvoll. Doch keine einzige Hand hob sich im vollbesetzten Zelt, die ehemaligen Chorknaben mussten Neuland erobern. Das gelang dem Quintett mit Songs im Boy-Group-Stil, zwei Minuten Klassik ("mit Rohooosen bedacht...") und ansprechender Choreographie. "Schnubbeldibuh, schön hier zu sein", verabschiedeten sich die fünf von "Hallo, Tuttlingen". Bedeutend ausgereifter das Programm der anderen Franken, Auszüge aus der Tournee "Wirsing querbeet". Superb und absolut neu die Idee, das originale Schellack-Platten-Hörerlebnis stimmlich aufzubereiten. Krrecks, zzz, brrpr, und dann der nasale Twenties-Sound. Hinreißend! Auch die Biene Maja ließ Six Pack durchs Zelt surren, die Stimmakrobaten imitierten Heavy Metal, zupften imaginäre Bässe und rissen Riffs auf inexistenten Gitarren. A cappella, wie man es kennt und liebt. Höchstens ein Kazoo, eine Minirassel, mehr brauchen sie nicht, alles andere besorgen die unglaublich elastischen Stimmbänder. Hintersinniger Humor glühte auf, als Six Pack von ihrer gemeinsamen Therapie auf der Ratio-Farm plauderten. Da kamen sogar die Hosenträger der sechs Jungs ins Rutschen. Einen ganz besonderen Beitrag zur zweiten A-cappella-Nacht bot "Camerata" aus Belarussia. Da hörte man Meeresrauschen, der Wind zischelte unter den Schwingen des trauernden Falken. Urplötzlich verwandelte sich das Zelt in einen Wald voller Vogelgezwitscher. Als perfekter Armstrong-Imitator gurrte Igor Melnikov "I aint got nobody". Etwas zu großzügig zeigte sich hier die Tontechnik, die hervorragenden opernreifen Stimmen der Weißrussen hätten das Zelt auch ganz "pur" ausgefüllt. Mit der "schönen blauen Donau" eroberte Camerata die Herzen des Publikums vom Fleck weg. Kritik zu Frankfurt-Höchst am 25.06.04 Neue Presse Frankfurt, 28.06.04 Ein Cocktail aus Gesang, Humor und Nostalgie Höchst. Besonders abwechslungsreich war das Programm der Sommernächte auf der Schlossterrasse in diesem Jahr nicht. Kabarett folgte auf Comedy und Comedy auf Kabarett. Zwischendurch wurde ein wenig A-cappella-Gesang geboten. Doch ausgerechnet bei der A-capella-Nacht am Freitagabend war die Vielfalt dann so groß, dass Sommernächte-Organisator Dusan Pintner daraus durchaus hätte drei Veranstaltungen machen können. Jede der drei Gruppen wäre auch für einen eigenen Abend gut gewesen. Dem dankbaren und am Ende restlos begeisterten Publikum wurden wahrlich neue Horizonte eröffnet. Zunächst führte Six Pack durch die Welt der A-cappella-Komik. Hardrock-, Rock'n'Roll- und Pop-Interpreten nahm der Sechserpack aus Bayreuth gekonnt aufs Korn. Faszinierende Zungenakrobatik ergab mit eindrucksvoller Mimik und fantasievoller Gestik einen urkomischen Cocktail, der schließlich mit einem sehr eigen interpretierten Auszug aus der Oper Carmen garniert wurde. Zur Weltmusik des Frauen-Quintetts Aquabella war es anschließend ein großer Sprung. Nach kurzer Eingewöhnungszeit fand das Publikum aber immer mehr Gefallen an der musikalischen Reise durch Europa und die Welt. In den Moderationen übersetzten die Interpretinnen die Texte ihrer Lieder, gesungen wurde aber grundsätzlich in der Originalsprache. Die zunächst große Distanz zwischen Aquabella und den gut 600 Gästen wurde mit jedem Lied kleiner. Was zunächst etwas spröde daher kam, entpuppte sich in der Abenddämmerung langsam aber sicher als frisches, ungewöhnliches Gewächs. Letztendlich fand keiner Gefallen daran, dass die fünf Frauen aus Berlin die Bühne wieder räumen mussten. Die Entfernung zwischen Aquabella und Voice Male aus Antwerpen meisterte das zu diesem Zeitpunkt von der Vielfalt des A-cappella-Gesangs längst gefangenen Publikum dennoch erneut ohne Mühe. Gern ließ es sich - nach einer lautstarken Würdigung der Leistung von Otto Rehagels Griechen bei der Fußball-Europameisterschaft - von der belgischen Gruppe mit zur Abschiedsparty nehmen. Die Voice-Male-Interpretationen der unterschiedlichsten Pop- und Rocksongs luden immer wieder zum Mitsingen ein. Die gelungene Mischung aus Gesang, Humor und Nostalgie verhinderte, dass im Publikum trotz der vorgerückten Stunde Müdigkeit aufkam. Und nachdem alle drei Gruppen mit einer gemeinsamen Session noch ein Ausrufezeichen hinter die A-cappella-Nacht gesetzt hatten, wird sich Dusan Pintner sicherlich überlegen, ob er nicht häufiger vergleichbare Veranstaltungen aufs Sommernächte-Programm setzt. (dmk) Kritik zu Mannheim 2004: Mannheimer Morgen, 08.03.2004 Comedy im Sechserpack GESANG: A-Cappella-Nacht im Mannheimer Capitol Von unserem Mitarbeiter Sebastian Callies Ein sensationeller Abend: Schon nach dem Auftritt der Gruppe "Six Pack" war das Publikum im vollbesetzten Capitol vollkommen aus dem Häuschen. Die fränkischen Vokalartisten hatten zusammen mit dem Schatzkistl und dem Kulturnetz Mannheim bereits zum dritten Mal zur "A-Cappella-Nacht" eingeladen. Diesmal waren neben der bundesweit bekannten Truppe auch die vier Berliner von "MÄQ" und die Nürnberger A-cappella Boygroup "Viva Voce" mit von der Partie. Den Auftakt machten die Gastgeber persönlich. "Six Pack" - sechs Männer aus Bayreuth - machen seit nunmehr 14 Jahren die deutschen Bühnen und TV-Shows unsicher. Im Capitol präsentieren sie Auszüge aus ihrem aktuellen Programm "Die Meistersinger von Eschnapur". Die Gags sitzen, die Show ist perfekt choreografiert - und auch stimmlich überzeugt die Comedy-Truppe auf ganzer Linie. Ihre Parodien sind schlicht grandios. Wenn Bernd Esser AC/DC Frontmann Bon Scott imitiert und seine Mitstreiter Gitarren und Schlagzeug mit den Stimmbändern erklingen lassen, gibt es im Saal kein Halten mehr. Sein Kollege Lars Kienle macht als "Elvis" eine mehr als gute Figur. Das "Six-Pack" Programm vergeht wie im Fluge. Kein Wunder, immer steht ein anderer der "Meistersinger" im Vordergrund. Zusammen mit clownesken Slapstickeinlagen und Spaßdialogen gelingt dem "Six-Pack" ein beispielloser Spagat zwischen Comedy und musikalischem Anspruch. Das Publikum quittierte den vierzigminütigen Auftritt mit stehenden Ovationen. Angesichts dieser Vorlage hatte es das Männerquartett "MÄQ" nach der Pause natürlich schwer. Die vier Jungs aus Berlin präsentierten sich auf Einladung des "Six Packs" live erstmals einem derart großen Publikum, meisterten ihre Feuertaufe aber mit Bravour. "MÄQ" widmen sich dem A-Cappella Gesang verschiedener Epochen. So erklingt ein Schubert-Lied neben einem Jazzstandard. Ein schwieriger Mix. Die Zuhörer lauschen interessiert, sind aber erst nach den Popsongs restlos begeistert. Weniger ernst, dafür umso hipper präsentiert sich das Programm von "Viva Voce". Die fünf Jungs aus Nürnberg bieten als "A-Cappella-Boygroup" Vokalakrobatik mit Tanzeinlagen. Ungecastet, frech und direkt. Sie treffen mit ihren Songs direkt den Nerv des Publikums. Die "A-Cappella-Nacht" hat sich mit diesem mitreißenden Konzertereignis endgültig in Mannheim etabliert. Kritik zu Hof 2003: Ausgabe Frankenpost vom 06.10.2003 TOSENDE SÄLE, TOBENDE ZUHÖRER BEI FÜNF VIRTUOSEN A-CAPPELLA-NÄCHTEN Sechs Herzen im Siebenvierteltakt VON MICHAEL THUMSER ,,Magnets'' nennen sich sechs Herren aus London, die in diesem Jahr zu den Gästen der ,,A-cappella-Nacht''- Tournee zählten. Und wirklich, wie Magneten wirkten sie, und die beiden anderen Vokalgruppen des Programms nicht minder: die ,,Stouxingers'', ein fabelhaftes Oktett aus Halle; und natürlich ,,Six Pack'', die unverschämten Gastgeber aus Bayreuth. Fünf Mal füllten sie singend die Säle, um sie rasch zum Tosen und das Publikum zum Toben zu bringen: zunächst in Kulmbach, Bamberg und Bayreuth, jetzt, am Wochenende, in Wunsiedel und Hof - ein lustiges, lustvolles Musikvergnügen, bereitet von Top-Ensembles, die (um den Confèrencier Peter Martin Jakob zu zitieren) ,,mit den Mündern ganz unglaubliche Sachen machen''. HOF/WUNSIEDEL - Bernd Esser ist Sopran. Allerdings ist Bernd Esserkeine Frau. Wenn ihn, nach seinem Auftritt, die Zuhörer im Foyer der Hofer Freiheitshalle aus der Nähe zu Gesicht bekommen, müssen sie lachen, wieder oder immer noch - aber nicht nur, weil der Sänger ein großartiger Spaßmacher ist, gesegnet mit agiler Körperlichkeit; auch Bewunderung ist auf den Gesichtern zu lesen, in Gesprächsfetzen aufzuschnappen: Bernd Esser singt die Carmen - und er tut es beinah so, als stünde er, ganz seriös, auf einer richtigen Bühne. Beinah: Denn natürlich macht er sich mit Augengeblinker und Fächer- Gezappel, mit Diva-Getue und all der gezierten Koketterie aufs Köstlichste lustig über große Oper und große Gefühle. Gleichwohl hat er sie richtig gut drauf, die ,,Habanera'' aus George Bizets Meisterwerk: Mit seinem durchtrainierten Diskant stimmt er die Arie an, noch die Spitzentöne landen akkurat da, wo sie hingehören - und das ganze verruchte Raunen des begehrlichen Lieds klänge glaubhaft, wär's nicht ein strahlender Parodist, der es singt, in schwarzem Beinkleid, Herrenhemd und Hosenträgern. Solche Karikaturen, das schamlos bloßstellende So-tun-als-Ob hat die Bayreuther Truppe ,,Six Pack'', der Bernd Esser angehört, zum Markenzeichen gemacht. Mit Ausschnitten aus ihrem erfolgreichsten Programm ,,Die Meistersinger von Eschnapur'' eröffnet sie die A-cappella-Nacht, hält sich aber nicht lang bei Indischem auf. Dem jüngst verstorbenen Johnny Cash leisten die sechs ihren Tribut, noch einigermaßen respektvoll. Frivoleres muss sich Elvis ,,the Pelvis'' Presley gefallen lassen, bevor sich Karel Gott, wie sich's gehört im lila Jackett und mit lachhaftem Akzent, ,,ainmal um die ganzä Wörld'' aufmacht und der ,,Biene Maja'' huldigt. ,,Boom boom boom'' schlagen die sechs Herzen im Siebenvirteltakt, bevor sie sich (mit Dean Martin) zärtlich einem ,,Little Dream of me'' hingeben: herzwärmendes Schellack-Souvenir, bei dem die Grammophon-Nadel hörbar kratzt und schabt... Das alles bliebe liebenswert albern, gelänge es weniger reibungslos und selbstverständlich, geläufig und geschickt. So aber steht fest: Unverkennbar hat man's bei diesen Komödianten mit Könnern zu tun. Wie bei den ,,Magnets'': Die sind eine Art ,,Six Pack'' aus London. Denn sechsköpfig treten auch sie an, mit weniger Klamotte und Klamauk, dafür mit mehr Macho-Eleganz (und mitunter einer Prise tuntiger Softigkeit). ,,Let's party'': Britischen Pop zum Mitsingen, -klatschen, -winken intonieren die ,,six sex gods'', laut, lässig, ein wenig lasziv - und reißen damit am Ende das entfesselte Publikum von den Sitzen. Dem brachte zuvor das ,,achte Weltwunder'' das Wundern und Staunen bei: jener mirakulöse junge Mann, der gewissermaßen als Schlagzeuger der Gruppe fungiert und allein mit Lippen, Zunge, Atem und einem Mikrofon eine vielteilige Batterie komplett ersetzt. Zum phänomenalen Solo holt er aus, mit einer Prägnanz und Brillanz, dass gestandene echte Drummer ihre Lektion von ihm lernen könnten - fürwahr ,,unglaubliche Sachen'', und alles mit dem Mund. Gemischtgeschlechtlich füllen (zwischen den beiden Männerformationen) die ,,Stouxingers'' aus Halle das Podium: vier Herren - und ebenso viele Damen, die aufregend eine sinnliche Komponente beisteuern. Nicht komödiantisch, aber durchaus spielerisch, wie improvisierend gehen die acht mit eigener und fremder Musik (von Händel bis Stevie Wonder) um.Hoch begabte Einzelstimmen - solistisch oder im Duett, im Quartett - treten wiederholt aus den höchst komplexen Arrangements hervor. Deren ausgefeilte Harmonik lässt sich beim ersten Hören gar nicht ganz durchdringen. Was indes spontan mitreißt, sind die druckvoll- hitzigen, in vollendetem Zusammenwirken aufgebrochenen und akzentuierten Rhythmen - ein unwiderstehliches Feuerwerk, von dem jeder Einzelfunke zündet. Für die musikalischsten, kunstreich-raffiniertesten Momente des Programms sorgen die ,,Stouxingers'' - für die sinnlichsten überdies: Die Frauen, die hier singen, sind unübersehbar wirklich welche, üppig bei Stimme und unerhört sexy. Kritik zu Hof 2003: Können & Klamauk – SIX PACK - die Könige der A-Cappella-Comedy Online-Kritik (www.frankys.net) Autor: Michael Kolb Abschlusskonzert der A Cappella Nacht mit The Magnets, Stouxingers und Six Pack am 4. Oktober im Festsaal der Freiheitshalle in Hof Zur Zeit wird in Deutschland gesucht was das Zeux hält. Superstars, Star Search, Popstars und so weiter. Stell Dir vor, der Herr P.M. Jacob von Six Pack stellt sich bei Herr D. Bohlen vor. "na, dann zeig uns mal, was du so drauf hast". Zwei Minuten später: "Raus mit dir, du triffst ja wirklich alle Töne - sowas können wir hier nicht brauchen!" Also zieht sich der Herr Jacob zurück in sein Kämmerlein und bereitet eine Show vor, die im wahrsten Sinne des Wortes von Stimme und Gesang geprägt ist, die A Cappella-Nacht Fünf oberfränkische Städte kamen in den Genuss der diesjährigen A Cappella Nacht Tour 2003. Sie begann in Westen und endete im Osten – Oberfrankens wohlgemerkt. Letzte Station war Hof. "Die "Hiefer", als nicht gerade temperamentvolles Publikum gefürchtet, taten so, als hätten sie von der ihnen nachgesagten Eigenschaft nichts gewusst. Als Six Pack die letzten Vokale ihres Intros, der Eigeninterpretation von Nenas Leuchtturm, in den Saal entließen, stand Hof bereits (im Gedanken) auf den Stühlen. Was Six Pack auszeichnet, sind die dem Lied authentischen Gesten und Gesichter, wobei humorvoller Schabernack wahrlich nicht zu kurz kommt. Da dreht sich ein Leuchtturm, da brummt der Elvis, da summt die Biene Maja, da rrrumst der unvergessene Bon Scott (AC/DC) über die Bühne. Der Superstar darf das Publikum sein. Beim in "Hey Du" umgemodelten Beatles-Endzeitsong darf sich jeder beweisen, dessen Stimmbänder gesungene Töne zu entlassen vermögen. Standing Ovations für Six Pack! Dies ist in Hof eine doppelte Ehre, denn wenn ein Hofer seinen Hintern erstmal auf einem Stuhl geklebt hat, dann steht er ungern wieder auf. Zwei-mal-vier-ist Stoux. Wie? Eine neue Zahl für Acht? Stouxingers - die vokale Achterbahn aus Halle an der Saale (also flüßlich gesehen mit dem Hofer verwandt) erfanden ihre eigene Sprache. Wenn das eine oder andere Wort nicht zur Interpretation passt, wenn dieses oder jenes Wort einfach stört, erfindet man seine eigene Sprache. Die Bandbreite der ehemaligen Gospelgruppe reicht von Interpretationen eines Stevie Wonder, über A. Jarreau bis G.F. Händel. Ihre virtuosen Interpretationen erreichen sie mit achtstimmigen Arrangements, sie sich der Gerechtigkeit der Geschlechter ausgleichend, auf vier Weiblein und vier Männlein verteilen. Die Stärke von Stouxingers liegt in der mannschaftlichen Geschlossenheit und dem Willen, über den Gesang zum Spiel zu finden, womit wir das Mikro an unseren Sportreporter weitergeben … Ein Wahnsinnsspiel. Flanke von links und Goalgetter Cols vollendet erneut für die Magnets. Und die gewannen 9:2! The Magnets, stellvertretend für Good Old England siegten gegen Six Pack, stellvertretend für Rudis Buben, im Capella-internen Fußballmätsch (wir sprechen ab jetzt frrränkisch). Thät miens, des Mätsch zwischen den Sixpägglern und den Mägneds entschieden die Engländer für sich. Seit den Biedls (Ofr. für Beatles), sprach Herr Jakob, sind englische Gruppen in Deutschland nicht mehr wegzudenken. Die Magneten überraschten als vokale Gungagrubbn (Boygroup) mit einem unglaublich spaßigem Dampf (Funky Drive). You better get this party. Die Bühne lebt! Die Sexmannstarke Gruppe, alle solo wie man hörte und in Franken auf Brautschau (?) mischt Hits der letzten 30 Jahre mit temporeichen A-Cappella Rythm & Blues auf. Mein persönlicher Favorit: Happy together, ein 1968er Hit der Turtles, wie alle ihrer Songs exzellent interpretiert. Solo für Andy. Der Höhepunkt des Abends gebührte der menschlichen Soundmaschine mit einem unnachahmlichen Feuerwerk an Trommelsolis. Nach 4 Stunden Show inklusive Pausen verabschieden sich 8 plus 6 plus 6 Vokalisten auf der Bühne der Hofer Festhalle.. und nochmal stehender Beifall für alle Interpreten der A Cappella Nacht! Kritik zu Bayreuth 2003: Meistersinger im edlen Miteinander Nordbayerischer Kurier, Bayreuth, 05.10.2003 19:51 Siebte A-cappella-Nacht begeisterte in ausverkaufter Stadthalle BAYREUTH Von Gordian Beck Von der Dramaturgie her war dieser Abend perfekt: Auch bei der nunmehr siebten A-cappella-Nacht haben die Organisatoren ein glückliches Händchen bewiesen. Zum einen stimmte mit Six Pack, mit den Stouxingers aus Halle und The Magnets aus London die Mischung des Programms, zum anderen waren hier Gruppen am Werk, die ihr Handwerk so beherrschen, dass selbiges dezent im Hintergrund verbleibt. Und nicht zuletzt räumte man auch jeder Formation genügend Zeit ein, um mehr als nur einen flüchtigen Eindruck zu hinterlassen. Kein Wunder also, dass das Publikum in der ausverkauften Stadthalle am Donnerstagabend in bester Stimmung war. Heimvorteil von Six Pack Six Pack machte den Anfang, spielte den Heimvorteil gekonnt aus und hatte den Saal bereits nach Minuten fest im Griff. Wobei auffällt, dass die sechs Herren trotz einer mittlerweile fast 14 Jahre andauernden Bühnentätigkeit offensichtlich immer noch mit großem Spaß dabei sind, sich der Evergreens der alten, älteren und neuen Zeit auf liebevoll fantasiereiche Art anzunehmen und so einen etwas anderen, oft gern ironischen Zugang zu diesen im Originalzustand mehr oder weniger gelungenen Kompositionen zu finden. Dass sie dabei in schöner Regelmäßigkeit den Schwachpunkt dieser Werke trefflich auszuloten wissen, macht sie sehens- und hörenswert. Darüber stellt man gerne zurück, dass rein gesangstechnisch nicht alles Gold war, was golden glänzte, wie beispielsweise die, insgesamt gesehen, äußerst amüsante "Carmen"-Parodie. Keine Comedy nötig Comedy, und das war die erste Überraschung beim Auftritt der Stouxingers, spielt bei der achtköpfigen Gruppe aus Halle überhaupt keine Rolle. Sie verlassen sich ganz auf ihre musikalischen Qualitäten, auf achtstimmige Arrangements, die durchwegs von guter Qualität sind. Dass sie es auf sich nehmen, dem Publikum allein über die Musik zu begegnen, zeigt das Selbstbewusstsein dieser Gruppe. Dafür spricht auch die Vielzahl von Eigenkompositionen in ihrem Programm sowie dessen Bandbreite: Wer den ernst gemeinten Spagat Georg Friedrich Händel und Stevie Wonder wagt, muss sich seines Könnens schon sehr sicher sein. Dass sich mit diesem auch kleine Schwächen überspielen lassen, ist die andere Seite der Medaille. Arbeiten muss die Gruppe auf alle Fälle noch an ihrem Auftritt, der doch einen ziemlich ungeordneten Eindruck hinterließ. Das Beste zum Schluss Wie man das macht, zeigten zum Abschluss des Abends die Magnets aus London. Gemäß der alten, aber bewährten Regel, dass das Beste immer am Schluss kommt, präsentierte diese sechsköpfige Truppe das mit Abstand vom Gesamteindruck her rundeste Programm. Moderiert wird nur dann, wenn es unabdingbar ist, die Pointen sind auf den Punkt gebracht, und auch die betont knapp gehaltene Choreografie ist dem Zweck angemessen. Auffällig ist, dass bei den Magnets im Unterschied zu Six Pack und den Stouxingers eine klare Aufgabentrennung herrscht. Da hat beileibe nicht jeder seinen Soloauftritt, da sind nicht nur Basslinie und Perkussion stets in denselben Händen zu finden. Das vermittelt nicht nur den Eindruck einer frappierenden Sicherheit, sondern auch das Bild von sechs Gesangsspezialisten, die - exakt und bestens aufeinander eingespielt - ihren höchsteigenen Platz in der Formation gefunden haben. Dass es sich damit gut leben lässt, zeigte die zirkusreife Soloperformance des Mundperkussionisten Andy Frost, der ansonsten eher zu einem, in der Melange von Pop, Soul, R&B und Dance Pop allerdings unverzichtbaren, Schattendasein gezwungen ist. Standing Ovations, die mit zwei Zugaben belohnt wurden, beendeten ein famoses, höchst unterhaltsames Konzert, das trotz seiner knapp vierstündigen Dauer ruhig noch etwas länger hätte ausfallen können. Kritik zu Tuttlingen 2003: Eine prächtige Stimmen-Show A Cappella-Nacht auf dem Honberg zeigt das ganze Spektrum des Genres Schwarzwälder Bote, 07.07.03 Von Bodo Schnekenburger Tuttlingen. A Cappella-Nacht schön und gut. Doch sind drei Acts nicht zu viel des Guten? Keineswegs, wenn die Mischung stimmt. Und da gab es gestern auf dem Honberg einiges zu erleben. Im Zelt fungierte die fränkische Formation Six Pack als Gastgeber. Den Mitgliedern oblag die Moderation und sie wären wohl auch Ansprechpartner gewesen, wenn es am Programm irgend etwas auszusetzen gegeben hätte. Um letzteres auszuschalten, gaben sie selbst nicht nur ihr Bestes, sondern gingen auch bei den Gästen auf Nummer sicher. Die Berliner Damen, die sich unter dem Namen Aquabella mit Verve der Weltmusik verschrieben haben, und die Antwerpener Boygroup Voice Male, deren Ursprünge eigentlich im Schwarzwald liegen, wie gestern zu erfahren war., lieferten bis weit nach 23 Uhr Musik verschiedener Ausrichtung, doch stets auf hohem Niveau. Als "Meistersinger von Eschnapur" legten Six Pack mit einer veritablen - schönem Ausdruck unterlegten - Arie aus "Carmen" los. Freilich mit ein wenig Lokalkolorit. Der lockere Ton setzte sich in der Auswahl der Stücke und deren Interpretation fort. Dass das Publikum sich frühzeitig davon einnehmen ließ, kann nicht verwundern. Charme, Witz und Können von Six Pack erlaubte es am Ende, schadlos eine kühne Reihung von "Biene Maja", "Je ne regrette rien" mit schmachtender Zwischenlandung auf "Falling in love" zu bieten. Aquabella hatte anderes im Sinn. Ihre Reise ging von musikalischen Traditionen in Südosteuropa, Westeuropa und Afrika aus. Mit hoher Gesangkultur meisterten sie die nuancenreichen und teilweise komplexen Arrangements spielend. Erstaunlich gut gelang es Aquabella vor begeistertem Publikum, den Traditionen verpflichtet, markant zu präsentieren und gleichzeitig als A Cappella-Gruppe beste Unterhaltung zu bieten. Der Popularitäts-Preis ging dennoch an die Belgier. Ihre Kenntnis polyphonietauglicher Charthits der vergangenen 25 Jahre verschaffte ihnen einen Beifallssturm nach dem anderen. Wobei das Motto "um so stürmischer je bekannter" voll durchschlug. Kritik zu Mannheim 2003: Die Rheinpfalz, Mannheim, 10.03.03 Humor und Action Erste Mannheimer A Cappella-Nacht im Capitol Gereon Hoffmann Was für eine Premiere! Die erste Mannheimer A Cappella-Nacht hat so gut eingeschlagen, dass eine Fortsetzung zwingend notwendig scheint. Die Stimmung im ausverkauften Capitol war von der ersten bis zur letzten Minute großartig. "A Cappella ist, wenn die singen ohne Musik", zitierte Peter Martin Jacob, Sänger bei "Six Pack" und Moderator des Abends einen daneben gegangene Erklärung. Musik ist drin - und wie! Es sind nur keine Instrumente beteiligt. Alle Töne werden mit Stimme und Mund erzeugt. Diese Art der Sangeskunst hat aber nichts mehr gemein mit den Zeiten, in denen würdige Herren im Frack "Am Brunnen vor dem Tore" säuselten. Heute ist Humor und Action angesagt. "Six Pack" bezeichnen ihr Programm: "Die Meistersinger von Eschnapur" als "lustige Gesangscomedy". Das trifft den Nagel auf den Kopf. Bernd Esser verwandelt sich mit Falsett-Stimme in Edith Piaf, oder zappelt als Prince über die Bühne. Parodie macht einen wesentlichen teil des "Six Pack"-Konzepts aus. Das ist so witzig umgesetzt und musikalisch brilliant interpretiert, dass kein Auge trocken bleibt. Mit Peter Gabriels "Solsbury Hill" lieferte die Gruppe eine musikalisch und gesangstechnisch bemerkenswerte Interpretation, ganz ohne Parodie. Und das Herz der Zuhörer machte vernehmlich "bumm-bumm-bumm." Er hat keine Instrumente vor sich, ist aber trotzdem ein unglaublicher Schlagzeuger: Damit verblüfft Peter Wehrmann das Publikum. Der "Mouth Percussionist" von "Harmony Central" ersetzt spielend eine Batterie Schlaginstrumente. Bei seinem großen Solo imitierte er den Sound Check einer Rockband, und wer dabei die Augen schloss, wollte nicht glauben, dass da nur ein Mann auf der Bühne stand. Die ganze Band klingt mal funky, mal mehr jazzig, stets mit harmonisch interessanten Arrangements und hervorragenden Stimmen. Gänsehaut erzeugte ihre Version des Phil Collins Klassikers "In the air tonight", bei dem Wehrmann den berühmten Drum-Sound imitierte und die Sänger unter die Lead-Stimme sphärische Harmonien legten. Bei "Papa was a Rolling Stione" stand das Publikum auf und klatschte mit. Der Saal kochte. "Ihr seid eine Boy Group" stellte der Manager der "Magnets" irgendwann fest. "Also lernt, was eine Boy Group zu tun hat." Mit trockenem britischen Humor erzählten die Jungs aus London ihren angeblichen Werdegang. Wichtig sind die drei "original Boy Group Dance Moves", die die sechs Jungs gelernt haben und die sie dem Publikum eigens vorführten. Zusammen mit einer tollen Lightshow und eingängigen Popmelodien verwandeln sich die Magnets gleichzeitig in Original und originelle Parodie einer Boy Group. Die Zuhörer lernten eine Scha-la-la Melodie und sangen begeistert mit, sie standen auf und tanzten zur Magnets Version von "Blame it on the Boogie". Auch die Briten haben mit Andy Frost einen tollen Mouth Percussionisten. Schade, dass durch eine technische Panne der Bassist Colin meist nicht zu hören war. Als um Mitternacht die erste A Cappella-Nacht zu Ende ging, war das Publikum aus dem Häuschen. Mit nicht enden wollenden standing ovations und Jubelrufen verabschiedeten die Zuhörer die drei Gruppen. Die Botschaft ist klar: Bitte mehr davon! Kritiken zu Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel 2002: Nordbayerischer Kurier, Bayreuth, 05.10.02 Ein Feuerwerk stimmlicher Komik A-cappella-Nacht: Sixpack, Aquabella und Voice Male boten Kontrastprogramm mit Witz und Wahnsinn BAYREUTH Von Eva Bartylla Die Abstimmung erfolgte unmissverständlich und außerordentlich heftig mit Händen und Füßen, noch bevor der erste Ton gesungen oder das erste Wort gesprochen war: Das Bayreuther Publikum schien sich felsenfest sicher zu sein, dass auch diese A-cappella-Nacht wieder eine grandiose werden würde, und klatschte und stampfte zur Begrüßung der Gastgeber lautstark und mit inbrünstig begeisterter und ansteckender Vorfreude. Im Saturday-Night-A-cappella-Fieber bebte das Große Haus der Stadthalle bereits zum sechsten Mal. Sie sind ein Ereignis, das Schatten wirft, ein begehrter Bayreuther Exportartikel, ein Knüller, ein Knaller, ein Komikhit, ein Kulturschicker, kurz Sixpack eben. Sie ziehen raus in die Welt und holen die Welt nach Bayreuth. Diesmal begeisterten die A-cappella-Fans und alle, die es werden wollen, nach Sixpack die Aquabella-Mädchen aus Berlin und die Jungs von Voice Male aus Belgien. A-cappella-Comedy, das ist die Spezialität von Sixpack. Die Formation serviert sie mit einer unübertroffenen Lust an Slapstick, einer Assoziationswut, die vor keinen noch so grotesken Verknüpfungen Halt macht. Mit dem merk- und denkwürdigen Gestus eines mimischen Feuerwerks inklusive Verrenkungen sämtlicher Extremitäten - seit nunmehr 13 Jahren kontinuierlich beeindruckend und mitreißend. Die Mischung macht's Die Mischung macht's: Altbewährtes, gespickt mit Kostproben auf das neue Programm "Die Meistersinger von Eschnapur", gab Sixpack zum Besten _ wohl auch, um neugierig auf die Premiere am 5., 6. und 7. Dezember im Evangelischen Gemeindehaus zu machen. Vor allem Oberkomiker Bernd Esser mit dem untrüglichen Gespür für Parodien bekannter Pop-Persönlichkeiten entfachte eine fantasievoll wuchernde Komik-Kanonade. Abermals mit bewährtem Spitzbubencharme agierten Markus Kopschütz, Johannes W. Betz, Lars Kienle und Markus Burucker. Die Mädels von Aquabella bildeten nicht nur geschlechtsspezifisch einen Kontrapunkt zu den beiden Boygroups. Sie kredenzten eine etwas andere Art der Musik ohne Instrumente. Sie nahmen die Zuhörer mit auf eine anspruchsvolle, teils ernsthafte musikalische Reise durch Länder und Kontinente mit reizvoller Mischung aus Folk und A cappella in fast ausschließlich eigenen Arrangements. Der Liederreigen in der jeweiligen Originalsprache der fünf - allesamt akademisch und praktisch musisch ausgebildeten - jungen Damen schlägt Brücken zwischen östlichen und westlichen Musiktraditionen mit mehrstimmigen Sätzen, akustischen und rhythmischen Raffinessen und einer hohen stilistischen Bandbreite. Bettina Wildtraud, Gisela Knorr, Ulrike Siems, Claudia Kraduck und Bettina Stäbert - Preisträger des deutschen Folkförderpreises - erzählen Geschichten aus Armenien, Bulgarien, Irland oder der Lombardei, von ihren Menschen und Kauzigkeiten. Den furiosen Abschluss des fast vierstündigen Programms schmissen die sechs kauzigen Typen von Voice Male: Jeder für sich ein Unikum und bemerkenswert in seiner Originalität. In ihrer belgischen Heimat sind sie Stars. In der Türkei schafften sie sogar den Sprung an die Spitze der Charts. Und auch in Bayreuth flogen ihnen die Herzen des Publikums von der ersten Minute an hörbar zu. Witz in Wort und Ton. Ihre eigenwilligen Interpretationen gängiger aktueller Popsongs oder Retro-Hits aus den 80er und 90er Jahren waren die Highlights. Die Leidenschaft für den Witz in Wort und Ton, für das Lächerliche am Ernsthaften verbindet die wilden Stimmen mit Sixpack, obgleich sie ein viel bunterer Haufen, schon rein äußerlich, sind. Die drei Formationen haben in der vergangenen Woche eine Mammuttour mit der A-Cappella-Nacht durch oberfränkische Städte hinter sich gebracht. Dabei hinterließen sie eine Erfolgsspur, die im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll. Frankenpost, Hof, 07.10.02 A-Cappella-Nächte in Hof und andernorts Der Mund, sonst nichts VON MICHAEL THUMSER HOF - ,,A cappella'': Das heißt, wörtlich, Stimmkunst ,,ohne Instrumentalbegleitung''; oder, wie es weniger hochgestochen eine Verehrerin der oberfränkischen Formation ,,Six Pack'' übersetzte: ,,Gesang ohne Musik''. Musik machen die sechs Bayreuther Herren - ebenso wie die beiden Gruppen, die sie zur A-cappella-Nacht eingeladen hatten - nicht nur mit Weisen und Worten; auch Zupfbass und E-Gitarre lassen sie wummern, die Drums dröhnen, Saxofone gellen und Posaunen tuten, Urwaldgetier knurren und knabbern... mit nichts als ihren Kehlen und Mündern. Die sechste solche Nacht war's, die ,,Six Pack'' organisierte und auf Reisen schickte durch die Region. Erstmals gehörte Wunsiedel zu den Stationen der Tour und wurde gleich zum Premieren- Schauplatz; Kulmbach und Bayreuth folgten. Im Festsaal der Hofer Freiheitshalle - vor gut 600 mitgerissen mitklatschenden Zuhörern von unter dreißig bis über sechzig, von konservativ bis alternativ - ging das Dreieinhalb- Stunden-Spektakel am Donnerstag über die Bühne, bevor am Freitag ein Auftritt in Bamberg den Schlusspunkt setzte. Allüberall fiel der Erfolg gleich aus: gleich gigantisch. Das Publikum, begierig nach Zugaben, jubelte und jauchzte, die Säle kochten. Eine Premiere erlebt die A-cappella-Nacht selbst. Zum ersten Mal beteiligt sich mit ,,Aquabella'' aus Berlin ein Frauen-Ensemble; und erweist sich künstlerisch als die gediegenste Truppe des Programms. Zur ,,weitläufigen, aber kurzweiligen Weltreise'' laden die fünf jungen, ranken Damen, folkloristisch gewandet, das Publikum ein: nehmen es mit zu den südafrikanischen Xhosa und in ein chilenisches Nonnenkloster mit erotischem Spatz, zum Dorfklatsch nach Rumänien oder nach Jerusalem mit seinem Reichtum an ,,Schönheit und Leiden''. Den musikalischen Landesidiomen hat das Quintett hellhörig grundverschiedene Tonfälle abgelauscht. Voller rhythmischer und harmonischer Finessen stecken die komplizierten Arrangements - unverbrüchlich makellos bleiben dennoch die mal weichen, mal wuchtigeren, hier schmeichelnden, dort metallscharfen Stimmen. Perfektionismus gehört zum Wesen des Ensembles, seelenlos macht er das Singen der Damen keineswegs. Denn über Temperament in allen Tempi und Gemütslagen verfügen sie: Mit derbem Witz können sie schwätzen und keifen - aber auch (und vor allem) wie hypnotisiert in einen Schwebezustand der Melancholie, Träumerei, Innensicht wegtauchen. ,,Aquabella'' - schönes Wasser: Diese fünf sind ein Wasser, das tief gründet. Drastischer, dabei ähnlich virtuos weiß ,,Voice Male'' aus Antwerpen das Publikum zu packen. Sechs coole Jungmänner, jeder ein Typus für sich, als wären sie eine Boygroup, nur ein bisschen in die Jahre gekommen: In den belgischen Charts rangieren sie regelmäßig vorn und waren, in der Türkei, sogar für einen Nummer-eins-Hit gut. Mit kraftgeladener Bühnenpräsenz und vor- wärtstreibenden Rhythmen stimmen sie Pop- und Rocksongs an - ,,Everywhere you go'', ,,Sweet Dreams'', ,,Radio Gaga'' darunter. Dabei zelebrieren sie genüsslich ein Image des Halbseidenen und Halbweltlichen: rebellische Gesten, ruppige Gefühle. Und das Gegenteil von selbstgefälligem Belcanto: So richtig ,,schön'' singt wohl keiner von ihnen und muss es auch nicht. Denn als Truppe fügen sie sich fugenlos aneinander und klingen fetzig, laut, grandios. Auch ,,Six Pack'' mögen's lieber krachend als feinsinnig. In Hemdsärmeln und Hosenträgern laufen sie sich warm mit dem ,,Radetzkymarsch'', Lee Marvins ,,Wandering Star'', allerlei musikalischen Kalauern - bevor sie ihre Spezialität, die vokale Comedy, zur unverschämten Parodie steigern. Schrill fistelnd bei ,,Stayin' alive'' von den Bee Gees lassen sie das ,,Saturday Night Fever'' der Siebziger durch heiße Adern rollen. Fulminante Pointen platziert der Kleinste der Truppe, Bernd Matthias Esser, ein umwerfend drahtiger Komiker von choreografischer Artistik, unverblümt respektlos: Als Prince - mit gelber Boa - hoppelt und hastet, zuckt und zappelt er kreischend über die Bühne; ,,I wanna be loved by you'' wünscht er sich als Magier Merlin Monroe, tänzelnd und flötend: ,,pumm-pumm-piduuhh''. Sein funkenspeiender Zauberstab hat, kurz zuvor, beinah Feuer an die Bühne gelegt - versehentlicher, dabei mustergültig zündender ,,Six Pack''-Effekt. So geben die Bayreuther wirklich alles: A cappella heißt bei ihnen nicht Klamauk allein, sondern Stimm- Scherz, Sanges-Satire, Intonations-Ironie - mit verdammt viel Musik. Bayerische Rundschau, Kulmbach, 01.10.02 Von Rainer Unger Zum zweiten Mal hatte die oberfränkische Formation "Six Pack" am Sonntag zu einer A-Cappella-Nacht nach Kulmbach eingeladen. Und wie schon 2001 sorgten das Sextett und die beiden Gastgruppen - "Aquabella" aus Berlin und "Voicemale" aus Belgien - wieder für einen unterhaltsamen Abend in der Stadthalle. Zu einer mittlerweile festen Einrichtung im kulturellen Geschehen Oberfrankens hat sich die A-Cappella-Nacht entwickelt, die die Bayreuther Gruppe "Six Pack" in der Wagnerstadt vor fünf Jahren ins Leben rief. Erstmals fand heuer ein Auftritt in Wunsiedel statt, Bamberg und Kulmbach sind zum zweiten Mal Veranstaltungsorte, und Hof ist zum dritten Mal dabei. Vor über 400 Besuchern eröffneten die Gastgeber auch heuer das Programm. 45 Minuten lang boten sie eine höchst kurzweilige Show, die wieder mit zahlreichen Gags gespickt war. Mit Songs wie "Salisbury hill" von Peter Gabriel, "I love rock`n`roll" von Joan Jett and the Blackhearts und "Daylight in your eyes" von den No Angels hatten sie das Publikum schnell im Griff. Tosender Applaus folgte den Darbietungen des Sextetts. Als Zugabe gab es mit "Kiss" von Prince nochmals einen Höhepunkt. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit dem Berliner Frauen-Quintett "Aquabella". Bettina Wildtraut, Gisela Knorr, Ulrike Siems, Claudia Karduck und Bettina Stäbert entführten das Publikum auf eine musikalische Weltreise, wobei sie die Lieder jeweils in der Landessprache sangen. Ausgehend von Südafrika, brachten sie den Gästen Liedgut aus Bulgarien, Armenien, Irland, Spanien, Italien und Chile näher. Die unorthodoxe und eigenwillige Show bestach durch den immensen Tonumfang der fünf Frauen ebenso wie die beeindruckende Sprachvielfalt. Den dritten Teil des Abends gestalteten die belgischen Popstars und Chartbreaker "Voice male". Die Männerformation aus Antwerpen hat selbst die türkischen Hitparaden schon gestürmt. Auch in Kulmbach zeigte sich die Band von ihrer besten Seite. Mit gelungenen Interpretationen von Hits wie "500 miles" von den Hooters oder "Sweet Dreams" von den Eurythmics brachten die A-Cappella-Künstler das Publikum schnell auf ihre Seite, wozu auch eine flott choreographierte Bühnenshow ihren Teil beitrug. Die dreistündige Veranstaltung verdeutlichte eindrucksvoll, dass für eine gelungene und kurzweilige musikalische Unterhaltung nicht unbedingt Instrumente vonnöten sind. Drei total unterschiedliche Shows fügten sich in ein harmonisches Ganzes und belegten, wie vielfältig die Ausdrucksmöglichkeiten des Genres A-Cappella sind. Neuer Tag, Wunsiedel, 01.10.02 Eine Nacht mit a cappella Wunsiedel. (ah) Unglaublich, welch tolle Musik ganz allein mit der menschlichen Stimme erzeugt werden kann. Beim Festival des Gesangs in der Fichtelgebirgshalle überzeugten drei A Cappella-Gruppen mit ihrem Können. Begeistert gingen die Zuhörer bei der "A Cappella-Nacht" am Samstag mit, großer Jubel und frenetischer Applaus waren nach über drei Stunden Programm der Lohn für die Akteure. Die Gastgeber "Six Pack" aus Bayreuth heizten mit wilder Comedy und bekannten Songs ein. Imaginäre Instrumente wurden ausgepackt und los ging es mit viel Schwung. Die Prince-Nummer mit original "Zappel-Tanz" war so mitreißend, dass etliche Mädels im Publikum kreischten. Mit "Aquabella" aus Berlin ging es auf musikalische Reise von Afrika nach Spanien, Chile und Irland. Die Weltmusik der fünf Frauen war frisch und innovationsfreudig, mit viel Charme wurde in der jeweiligen Landessprache gesungen. Mit der Interpretation echter Pop-Perlen wie "Radio Gaga" und "Sweet Dreams" zeigten "Voice Male" aus Antwerpen, dass sie nicht umsonst in ihrer Heimat die Hitparaden stürmen. >> Nach oben Kritiken zu Bayreuth, Bamberg, Hof und Kulmbach 2001: Nordbayerischer Kurier, Bayreuth, 01.10.01 Makellos, lupenrein: Ein Ohrenschmaus A-cappella-Nacht mit drei hochkarätigen Formationen Von Eva Bartylla Ein Abend der Superlative war angekündigt, ein Abend der Superlative ging über die Bühne: Die fünfte Bayreuther A-cappella-Nacht verwandelte das voll besetzte Große Haus der Stadthalle in einen brodelnden Kessel frenetischer Begeisterung. Die Gastgeber von Six Pack, noch so jung und schon legendär, hatten vollmundig nicht zuviel versprochen sowohl was sie selbst und die Ausschnitte aus ihrem neuen Programm anbelangte als bezüglich der beiden hochkarätigen Gastgruppen. Mit der Formation Camerata aus Minsk in Weißrussland und den alten Herren der Sechs Zylinder aus Münster hatten Markus Burucker und Peter Martin Jacob, die als Six-Pack-Mitglieder das Spektakel mit ihrer Agentur magenta veranstalteten, zwei echte Kracher aus dem Hut gezaubert, die den höchsten Ansprüchen des reinen A-cappella-Gesangs genügen. A cappella, das ist, wenn Singstimmen auch sämtliche Instrumente ersetzen. Die stürmische Zustimmung des Publikums kanalisierte sich in Momenten der Andacht, rhythmischen Körperzuckungen, soweit die im Sitzen möglich sind, heftigen Beifallsorkanen bis hin zum exstatischen Toben und Stampfen, das die ehrwürdigen Hallen erzittern und erbeben ließ. Die Bayreuther A-cappella-Fangemeinde kam einmal mehr voll auf ihre Kosten. Und man kann davon ausgehen, dass es überwiegend Bayreuther waren. Die benachbarten Städte wie Hof, Kulmbach und Bamberg wurden heuer erstmals auf der A-cappella-Night-Tour direkt vor Ort beglückt. Dennoch musste sich ein Hofer outen, weil er einen der beiden Preise bei der obligatorischen Verlosung gewonnen hatte. Was da vier volle Stunden lang mit opulentem Klanvolumen auf das Publikum niederging, kann getrost mit dem Prädikat allererste Sahne versehen werden. So unterschiedlich die einzelnen Formationen auch waren, gemeinsam war ihnen das professionell routinierte Handling eines schwierigen Metiers, des A-cappella-Gesangs in den Sphären einsamer Klasse, lupenrein und makellos. Den Auftakt machten die Gastgeber selbst mit Kostproben aus ihrem neuen Programm und ein paar Ohrwürmern aus dem Repertoire. Dabei wurde der Neue, Bernd Matthias Esser, mit seiner kolossalen Wandlungsfähigkeit z.B. als Zauberer Merlin Monroe mit all den akrobatischen Talenten genüsslich vorgeführt, ein Komiker par excellence, der sich so prächtig ins Team fügt, als wäre er schon immer dabei gewesen. Glänzend wieder der rabenschwarze Selektiv-Sarkasmus, der die Schraube intellektualistischer Klugschnackerei ölig triefend in die Ränge schleudert: das "Triptychon" für Karel Gott als zähen Trieb-Psychopathen mit werkimmanent metaphorischer Dialektik, was immer das heißen mag. Geradezu seriös wirkten dagegen die vier Frauen und drei Männer der Formation Camerata aus Weißrussland, die jenseits von Routine und gewohnten Erwartungen eine präzise strukturierte musikalische Spannung aufbauten, steigerten, variierten und bis zum Ende durchhielten. Ein Ohrenschmaus der Extraklasse. Perfekt ausgebildete Stimmen täuschten orchestrale Wucht genauso virtuos vor, wie ihnen zarte Töne hinreißend gelangen. Ein Kapitel für sich sind die sechs nicht mehr ganz frischen Herren aus Münster. Die Sechs Zylinder, mit denen weniger die Kopfbedeckung gemeint sein dürfte, zählen zu den Altmeistern des A-cappella-Gesangs in Deutschland und den Vätern des A-cappella-Booms. Seit Freitag verstehen die Bayreuther auch, warum. Die arbeiten mit dem ganzen Körper. Der Einsatz der Mimik und deren Durchschlagskraft auf das Zwerchfell ist bezeichnend. In den fast 18 Jahren des gemeinsamen Auftretens reagieren sie seismographisch aufeinander mit trockenem Aberwitz und Mut zu entgleisten Grimassenturbulenzen bei gleichzeitiger präziser Intonierung. Fränkischer Tag, Bamberg, 02.10.01 Parodien und Begeisterung Publikum der A cappella-Nacht im Hegelsaal amüsiert bis euphorisch Von Oliver van Essenberg Das A Cappella-Revival schlägt hohe Wellen. Drei Gruppen, wie sie unterschiedlicher kaum vorstellbar sind, trafen am vergangenen Sonntagabend im Hegelsaal zu einer gut vierstündigen A Cappella-Nacht zusammen. Über die Gründe des A Cappella-Booms ließe sich lange spekulieren. Einerseits lebt die Musikbranche davon, bekannte Muster zu variieren. Andererseits können Revivals mitunter auf eine lange Tradition zurückblicken. So war es mit der kurzen, aber heftigen Verehrung des deutschen Schlages, die Gildo Horn vor einigen Jahren auslöste und damit unter dem jungen wie alten Publikum auch eine ungeahnte Begeisterung für die Kultfiguren Marianne Rosenberg und Udo Jürgens entfachte. Die Tradition des A Cappella-Gesangs ist in Deutschland eng mit den "Comedian Harmonists" verbunden. Ob die Gesangstruppen nun direkt daran anknüpfen oder mit der Tradition brechen, der passionierte Vergleich mit den mehr oder weniger gefeierten Comedians wird stets auf Neue bemüht. Die aus Münster stammenden "6Zylinder" und die Bayreuther "Six Pack" wandeln auf den Spuren des A Cappella-Pop. Gekonnt verbinden sie Instrumentalimitation mit mehrstimmigen Kopfsätzen und Soloparts. Und bieten ihre Stücke komödiantisch dar - was freilich nicht mit lustig zu verwechseln ist. Die "Comedian Harmonists" verfügten, um den Vergleich einmal mehr ins Feld zu führen, über die selten gewordene Fähigkeit, durch lustvolle Anspielungen, etwa in "Wochenend und Sonnenschein/und dann mit dir im Wald allein" damals noch Anstößiges wie nebenbei auszusprechen, nichts Genaues zu sagen, aber doch alles durchscheinen zu lassen. Subtile komödiantische Einlagen sind nicht die Sache von "6Zylinder" und "Six Pack". Die Parodie ist nicht mehr das, was wie nebenbei mitläuft, sondern dem Publikum in fast schon aufdringlicher Deutlichkeit vor Augen geführt wird. Bei "Six Pack" wird Adriano Celentano mit seinem Hit "Azzurro" zum Papagallo, der vor Kraft kaum noch laufen kann, Michael Jackson und Prince verwandeln sich in frivole Tunten in einer Reihe mit den anderen zur Lachnummer herabgewürdigten Gestalten. Wer gerne auf Zwischentöne und Nuancen hört, dem dürfte der Humor von "6Zylinder" und "Six Pack" entschieden zu leicht sein. Von der Gesangstechnik her lassen beide Gruppen dabei nur wenig Wünsche offen. Vom Bass bis zum Falsett-Sopran, makellosen Vokalharmonien bis zur absichtlich disonanten Tongebung, beherrschen die Musiker zweifellos ihr Handwerk. In Erstaunen versetzte die Formation "Camerata" das Publikum im zweiten Teil des Abends. War die Stimmung bei "Six Pack" eher vergnügt, zeigte sich das Publikum "begeistert" von den enorm wandlungsfähigen Stimmen der vier Damen und drei Herren aus Minsk, Weißrussland. Mit sphärisch-ätherischen Klangmalereien wurde das Publikum auf das gänzlich andere Klangerlebnis eingestimmt, das sich mit Liedern von Louis Armstrong und Ella Fitzgerald zu einem extravaganten und doch eingängigen Big-Band-Konzert entwickelte. Ihr Auftritt stellte nicht nur ein Highlight der A Cappella-Nacht dar, sondern vielleicht sogar eines in der Geschichte dieser Musikart. Frankenpost, Hof, 29.09.01 Standing Ovations bei A-cappella-Nacht: ,,Göttliche Momente'' HOF. - Den viel beschworenen Kultstatus hat sie schon: die A-Cappella-Nacht, ,,erfunden'' von der Bayreuther Gruppe ,,Six Pack'' und nun zum zweiten Mal in Hof. Wie im vergangenen Jahr waren die sechs Jungs im Autohaus Schneider zu Gast, und noch mehr Zuhörer als im Vorjahr wollten sich den Auftritt von ,,Six Pack'' und ihren Gästen - der Gruppe ,,Camerata'' aus Weißrussland und ,,6Zylinder'' aus Münster - nicht entgegen lassen. Mit dem Wort Gesang ist nur sehr unzureichend beschrieben, was in diesem vierstündigen Programm zu erleben war. ,,Six Pack'' setzten dabei noch mehr als im vergangenen Jahr auf musikalische Comedy: Hier wurde Michael Jackson ebenso durch den Kakao gezogen wie Karel Gott und Adriano Celentano. Umwerfend auch die Vorstellung des ,,Kollegen Merlin Monroe'' mit dem Song ,,I wanna be loved by you''. Neben Körperakrobatik boten die sechs auch solche mit der Zunge, als Rhythmus und Klangeffekt zur Perfektion entwickelt in dem Beatles-Titel ,,Come together''. Die Zuhörer dankten es ihnen mit begeistertem Applaus. Was konnte danach noch kommen? Es kam - mit der Gruppe ,,Camerata'' - etwas, was man in dieser Region noch nicht gehört hatte und wohl auch so bald nicht mehr hören wird: eine Formation aus vier Sängerinnen und drei Sängern, die ihre Zuhörer in andere Welten versetzten. Ausschließlich Eigenkompositionen waren es, bei denen sich Gesang mit Vogelstimmen oder Waldrauschen zu Sphärenklangen verband. Mit bestechend sauberer Intonation, einem unglaublichen Tonumfang und einer virtuosen Handhabung von Hall und Echo erzielte die Gruppe aus Minsk eine fast unwirklich erscheinende und dabei unbe schreiblich schöne Musik. Und swingen konnten die sieben auch noch, boten sie doch mit lässiger Eleganz eine Louis- Armstrong-Nummer. Es gab Standing Ovations. Wie sagten doch die Gastgeber des Abends? ,,Wenn's göttliche Momente gibt, dann beim Gesang von Camerata.'' Erneut eine ganz andere Variante stimmlicher Virtuosität bot schließlich die Gruppe ,,6Zylinder'' aus Münster - seit 18 Jahren zusammen und, wie man hier erleben konnte, auch musikalisch jung geblieben. Die gelungene Mischung aus perfektem Gesang und geformter Komik sicherte den ,,Altmeistern des A-cappella-Gesangs in Deutschland'' die Begeisterung des Publikums. Das Konzert in Hof war Auftakt einer kleinen Tournee, die gestern in Bayreuth fortgesetzt wurde. Dritte Station ist heute Abend die Stadthalle in Kulmbach. (rasch) Bayerische Rundschau, Kulmbach, 02.12.01 Vokalakrobarik vom Feinsten Eines der kulturellen Highlights des Jahres ging am Samstag in der Stadthalle vor 450 Zuschauern über die Bühne. Die oberfränkische Gesangsformation "Six Pack" hatte zu einer A-Cappella-Nacht "6Zylinder" aus Münster und "Camerata" aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk eingeladen. "Six Pack", die sich in den vergangenen elf Jahren einen festen Stamm an Fans aufgebaut haben, der von Jahr zu Jahr größer wird, hatten vor fünf Jahren erstmalig zu der A-Cappella-Nacht nach Bayreuth eingeladen. Seit dem letzten Jahr gibt es die Veranstaltung auch in Hof, Premieren gab es dieses Jahr in Bamberg und in Kulmbach. Die Gastgeber eröffneten am Samstag auch das Programm. In gewohnt lässiger und witziger Art hatten sie die Gäste schnell im Griff. Bot "Six Pack" eine knappe Stunde lang ein Programm so richtig zum Amüsieren, folgten nach einer kurzen Pause gesangliche Arrangements der Extraklasse. Die vier Frauen und drei Männer von "Camerata" entführten in eine Klang- und Traumwelt, wie man sie höchst selten zu hören bekommt. Der letzte Teil bot wieder leichtere Unterhaltung. "6Zylinder", die Altmeister des A-Cappella-Gesangs in Deutschland, machten da weiter, wo "Six Pack" aufgehört hatte. Die Gruppe, die an die Comedian Harmonists erinnert, überzeugte durch ihr gesangliches Können ebenso wie durch eine Grimassensprache vom Allerfeinsten. Bleibt zu hoffen, dass es auch im nächsten Jahr wieder eine A-Cappella-Nacht in Kulmbach gibt. >> Nach oben Kritiken zu Hof und Bayreuth 2000: Frankenpost, Hof, 17.10.00 Erste A-cappella-Nacht mit drei Ensembles in Hof ein voller Erfolg Gesang: Verschmitzt, ironisch, böse A cappella: Normalerweise steht dieser Begriff für eher puristische Gesangsdarbietungen, die nur einen kleineren Zuhörerkreis ansprechen. Dass man mit Gesang ohne Instrumentalbegleitung - freilich in ganz ungewohnter Ausprägung - auch große Säle füllen und die Zuhörer förmlich von den Stühlen reißen kann, zeigt die Gruppe ,,Six Pack`` aus Bayreuth. Schon dreimal haben die sechs jungen Sänger - gemeinsam mit anderen Gruppen - mit der von ihnen begründeten ,,A Cappella Nacht`` das Publikum in ihrer Stadt begeistert. Jetzt fand zum ersten Mal eine solche Veranstaltung in Hof statt - natürlich mit ,,Six Pack``; dazu eingeladen waren das Duo ,,The Art of Mouth`` und die fünfköpfige kalifornische Formation ,,The House Jacks``. Verschmitzt, ironisch, bösartig - so präsentierte sich ,,Six Pack`` an diesem Abend im Autohaus Schneider. Sie boten eine Mischung aus Gesang und Kabarett, bei der sie - natürlich ohne Instrumente - ihre Be-gleitung selbst erzeugten, so in dem Beatles-Song ,,Come Together``. Zum Aktienmarkt befanden die fünf Herren: ,,Da kann man jeden Scheiß verkaufen``; ihr Song dazu hieß: ,,Nur ungern nimmt der Handelsmann statt Bargeld Stuhlgang an...`` Ob Edith Piaf, die Bee Gees oder Adriano Celentano: Zu jeder dieser Musikgrößen haben die Sechs von ,,Six Pack`` eine ganz eigene Coverversion gefunden - gekrönt von ihrer Darbietung des Bolero von Maurice Ravel. Und die Mischung aus musikalischem und szenischem Ulk fand begeisterten Applaus. Als wahre Mund-Klangvirtuosen zeigte sich das Duo ,,The Art of Mouth``. Hier erlebte man, wie ein Percussionsrhytmus mit fünf Klangelementen aus einem(!) Mund kommen kann. Schlagzeugsound, verzerrte Gitarren im Wood-stock- Stil, die Klänge eines Trabis und eines VW-Käfers, die Geräusche eines Tennismatches mit Steffi Graf oder Monica Seles - all das brachte die ,,Zwei-Mund- Band`` so realistisch zum Klingen, dass sich bei den Zuhörern ungläubiges Staunen mit heller Begeisterung mischte. Mit der Gruppe ,,The House Jacks`` schließlich betrat eine Formation die Bühne, die mit Elementen einer Boy Group faszinierte und schließlich ein ganz besonderes Wunschkonzert darbot: Songs, die auf Zuruf aus dem Publikum gesungen wurden und also nicht vorher geprobt werden konnten. So brachten die fünf Jungs aus Kalifornien gekonnte Versionen aktueller Songs von Britney Spears, den Backstreet Boys und anderen, wobei auch ihre Bühnenshow nicht zu kurz kam. Eine Zugabe gab's auch: Spontan kamen alle drei Ensembles auf die Bühne und sangen gemeinsam. Eine Neuheit für Hof war diese A-cappella- Nacht, aber nach dem rasenden Applaus darf man wohl sicher sein, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in der Saalestadt war. (rasch) http://www.frankys.net, Hof, 17.10.00 Hof. Keine Instrumente, keine Synthesizer, kein anderer Klang. Nur der Mund und das, was in Form von Tönen aus jenem zu herauszuquellen vermag. Und es ist eine unglaubliche Menge an Variationen! Einen Querschnitt dessen, was Männerkehlen zu leisten vermögen, bot die erste A-Cappella Nacht in Hof. Die Fakten: Freitag, der 13te, abends um Acht im Mercedes Benz Autohaus Schneider. Live! “Six Pack” aus Bayreuth, “the art of mouth” aus Braunschweig und "the House Jacks” aus San Francisco. Ein Presseartikel aus Bamberg nannte sie “Bayreuths bester Exportartikel”, in Hof (Peugeot Dornig) begeisterten sie vor einem Jahr mit dem Programm „Klempner von Rotterdam“ ihr Publikum. Mit Verstärkung sind sie wieder in die Saalestadt eingefallen. Six Pack, besser gesagt, die Agentur zweier Bandmitglieder, organisierte diese konzertierte Aktion der Mundakrobatik. Six Packs Wurzeln sind im Feld der Rockmusik eingebuddelt. Sie bezeichnen sich als Trash-A-Cappella und nehmen von AC/DC über Beatles und weitere Größen aller Herren Länder deren populäre Klangware ins Visier. Ob France, Brasil oder Italia, bella Italia per favore, ohne die satirischen Spitzfindigkeiten des „Klempners“ endgültig auszuloten, fesselten sie mit dem vokalen Überblick ihres aktuellen Programms den voll besetzten Saal im Autohaus. Zwei, die bereits als Kind Geräusche nachäfften. Zwei, die sich bereits von der Schule her kennen und später Klänge zur Profession reifen ließen. The art of mouth ist die Kunst, mit dem Mund alle Geräusche hervorzaubern zu können. Sie nennen ihr Konzept „Beat Box Show“, eine neunstimmige Disco aller Beats, Rhythmen und Drums der letzten 30 Jahre. Die Technik ist verblüffend einfach: erst nehme man den Bass, dann die Snares, dann die Drums und so weiter. Zwischenstation „technische“ Geräuschimitation, ein Vergleich Trabant mit VW Käfer. Zwischenstation James Brown oder wie ich lernte, die Sexmachine zu erfinden. Ein absoluter Höhepunkt, die rückwärts Zeitlupe vom Aufschlag Monica Seles. Spiel, Satz und Sieg. Demnächst in der Harald Schmidt Show. (bitte ein email, wenn Termin steht!) Der Übergang von „the art“ zu "the House Jacks“ hätte krasser nicht sein können. Typisch amerikanischer Westcoast in ein Stimmorchester verpackt, so wie man es in Hof wahrscheinlich noch nicht zu hören bekam. Sämtliche uuuhs, aaahs und schubiduuhs variierten in allen Tonlagen, wobei in ihrer professionellen Aufmachung die optische Darbietung mit der Akustik locker standhielt. Die Kleinsten haben die immer die Größten – Stimmen natürlich. Was die „House Jacks“ mit ihrem Frontman an Dynamic, Ausstrahlung und Intensität an Stimmvariationen hingelegt haben, verdient das Wort absolute Spitzenklasse. Und sie nahmen A-Cappella wörtlich, legten die Mikros zur Seite und sangen stromlos und unverstärkt. Respekt! Wenn man von einem eigentlich nur aus Höhepunkten bestehendem Abend einen Akt herausheben sollte, dann den gemeinsamen Auftritt am Schluss der Veranstaltung. Standing Ovations - Sie kommen wieder nach Hof! Die dabei waren, werden nur Gutes zu berichten haben... Nordbayerischer Kurier, Bayreuth 17.10.00 Vier Stunden Mundarbeit Volles Haus und tolle Stimmung bei der Vierten A-cappella-Nacht mit Six Pack & Co Auch die vierte A-cappella-Nacht, zu der die Gruppe Six Pack in die Stadthalle eingeladen hatte, wurde zu einem Riesenerfolg. Im ausverkauften Haus erhob sich das Publikum artig von den Plätzen, wenn es dazu aufgefordert wurde, klatschte mit, trampelte mit den Füßen und zeigte sich rundum begeistert von der Leistung der Akteure, die ohne jedes Instrument, allein durch Mundarbeit, ein fast vierstündiges Konzert auf die Bühne brachten. Die erste Stunde des Abends gehörte der Gruppe Six Pack, die nicht nur gute Musik, sondern vor allem auch eine tolle Stimmung bietet. Die sechs Männer singen nicht nur, sondern sie spielen auch mit unermüdlichem Eifer ihre nicht vorhandenen Instrumente. Mit nicht mehr ganz neuen, aber immerhin beliebten Chansons und Schlagern wie "Non, je ne regrette rien", "Tanze Samba mit mir" und "Azuro" lösten sie immer neue Beifallsstürme aus. Bewegung, manchmal bis zur Groteske übersteigert, ist - neben hervorragendem Stimmmaterial - das Erfolgsgeheimnis dieser Gruppe. Es bleibt nicht bei der in der Werbung angekündigten Bühnenshow in Vollendung, sondern auch ein Tanz im Parkett zur Auflockerung darf nicht fehlen. Die große Überraschung des Abends war dann allerdings das Duo "The Art of Mouth". Peter Wehrmann und Lutz Schwarz aus Braunschweig und Salzgitter, die schon seit zehn Jahren miteinander auftreten, sind Spezialisten für laute Geräusche. Da Peter Wehrmann mit dem Mund fünf verschiedene Perkussionsinstrumente beherrscht, würde das Duo jedes echte Schlagzeug - auch im Hinblick auf die Lautstärke - glatt in den Schatten stellen. Ihre Soundbibliothek umfasst allerdings weit mehr als diese Musik. Geboten wurden dem Publikum unter anderem ein lautstarkes Tennismatch zwischen Steffi Graf und Monica Seles, die Startgeräusche eines Trabi und eine ausführliche Information darüber, wie James Brown seinen Musikstil entwickelte. Als Top Act der diesjährigen A-cappella-Nacht wurden The House Jacks aus San Francisco vorgestellt. Die fünf Amerikaner im Alter von 28 bis 32 Jahren, die sich jugendlichen Charme und jugendliches Temperament bewahrt haben, sangen vor vier Jahren im Wahlkampf für Bill Clinton, der ihnen daraufhin bescheinigte: "They did a great job." Ihr Programm besteht aus Rhythm & Blues, Boygroupsound und Funk, und auch ihr Markenzeichen ist, dass sie ohne Instrumente eine tolle Percussion bieten. Das Bayreuther Publikum beeindruckten sie mit ein paar Takten Wagner und mit einem improvisierten Wunschkonzert, bei dem sie bewiesen, dass sie auch "I can get no Satisfaction" und "Kiss from a Rose" singen können. Mit einem gemeinsamen Lied aller drei Gruppen ging unter dem Jubel der Fans, die übrigens aus allen Altersschichten kamen, der Abend zu Ende. So stürmischen Applaus erlebt die Stadthalle nur selten. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass bei dem Abend - in Gestalt von zwei Six-Pack-Mitgliedern - auch Wum und Wendelin aus Wim Thoelkes unvergessener Fernsehshow mitwirkten. Sie verlosten an sichtlich widerstrebende Zuschauer Gutscheine für Nächte mit Witta Pohl, die sich dann aber zur Erleichterung der Gewinner doch als Einkaufsgutscheine eines Bayreuther Modehauses erwiesen. (ww) |
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